PE 09.03.2006 Weitere Elbvertiefung auf Eis legen!

Zu der aktuellen Untersuchung des Senckenberg-Institutes über die Verbreitung des südöstlich von Helgoland verklappten Elbschlicks erklärt Rainder Steenblock:

 

Seit letztem Sommer verklappt Hamburg belasteten Hafenschlick aus der Elbe südöstlich von Helgoland. Untersuchungen des Senckenberg-Institutes in Wilhelmshaven zeigen nun, dass sich entgegen der Behauptung der Hansestadt Hamburg belastete Sedimente großflächig in der Nordsee verteilen. Sie bedrohen die Watten und treffen auch den Nationalpark Wattenmeer. Diese ersten Ergebnisse des Senckenberg-Institutes lassen befürchten, dass besonders feinkörnige und oft hoch belastete Schwebstoffe großflächig weiter verteilt werden und damit auch bisher vergleichsweise gering belastete Gebiete mit diesen Schadstoffen verseuchen.

 

Durch diese neuen Erkenntnisse werden die Grundlagen des Staatsvertrages zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein hinfällig. Die Vorgabe, dass Schadstoffeinträge in die Nordsee reduziert werden, ist nicht mehr erfüllt. Die Landesregierung Schleswig-Holstein hat im Interesse ihrer Bevölkerung, besonders der Menschen, die an und von der Nordsee leben, diesen Staatsvertrag sofort zu kündigen.

 

Auch Hamburg ist jetzt gefordert, seine Pläne für eine weitere Elbvertiefung zu überarbeiten. Wenn die Ablagerung des belasteten Schlicks im Flussbett oder in der Nordsee nicht mehr möglich ist, müssen eventuell Deponie-Standorte auf dem Festland gesucht werden. Allerdings ist das nicht nur ein kostspieliger, sondern auch zeitraubender Prozess. Deshalb sollte Hamburg sich von den Plänen einer weiteren Elbvertiefung schnellstmöglich verabschieden und einen neuen Schritt in Richtung einer Norddeutschen Hafenkooperation gehen.

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