PE 21.09.2006 Auf den Spuren der großen Politik: junge Erwachsene zu Besuch in der Bundeshauptstadt

Gerne folgte eine Gruppe junger, politisch engagierter Menschen der Einladung des grünen Bundestagsabgeordneten Rainder Steenblock, zwei Tage (18./19.09.2006) in Berlin zu verbringen. Die TeilnehmerInnen an verschiedenen Freiwilligendiensten (freiwilliges ökologisches und soziales Jahr) aus ganz Schleswig-Holstein, im Kreisjugendring Pinneberg Aktive, SchülerInnen und StudentInnen erwarteten spannende Einblicke in das politische Leben der Bundeshauptstadt.

 

Ein dichtes Besuchsprogramm führte die Reisegruppe zuerst in das Zentrum der politischen Macht, in den Reichstag. Wie dort die Regeln für das Zusammenleben der Menschen gemacht werden, auf welchem Stuhl die Kanzlerin sitzt und was unter „Hammelsprung“ zu verstehen ist, erklärte ein Mitarbeiter des Besucherdienstes der Gruppe direkt im Plenarsaal. Ein Gang auf die Glaskuppel bot im Anschluss Ausblicke von oben auf das Parlaments- und Regierungsviertel.

 

Auf dem Programm stand außerdem ein Vortrag im Bundesministerium für Bildung und Forschung über die Struktur und Aufgaben des Ministeriums. Hier ging es um Themen, die die jungen Leute direkt angehen: Ausbildung im Ausland, Gesamtschulen, Länderkompetenzen im Schulbereich, Bildungsbudget und LehrerInnenmangel. Spannend auch die Geschichte des Gebäudes, das als ehemalige Ständige Vertretung der Bundesrepublik in der DDR von der Stasi genauestens überwacht und infiltriert wurde.

 

Überhaupt wurde in Berlin die Geschichte Deutschlands an vielen Orten lebendig. Durch 300 Jahre preußische und deutsche Geschichte führte die Stadtrundfahrt – durch die alte und neue Stadtmitte Berlins, vom Botschaftsviertel bis nach Kreuzberg. Von Ereignissen an historischen Schauplätzen wie dem Gendarmenmarkt, der Stalinallee oder der Spreeinsel berichtete die Stadtführerin, und auch die Suche nach Resten der Mauer war erfolgreich – obwohl deren Verlauf bald 17 Jahre nach dem Mauerfall an manchen Stellen kaum noch zu erahnen ist.

 

Was die Teilung der Stadt für viele GegnerInnen des DDR-Regimes bedeutete, wurde auf beklemmende Weise in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen deutlich. In dem einstigen Stasi-Sperrgebiet, das auf keinem Ostberliner Stadtplan eingezeichnet war, befand sich bis 1989 die zentrale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit. Tausende politisch Verfolgte waren an diesem Ort inhaftiert. Da große Teile der Gebäude und der Einrichtung fast unversehrt erhalten geblieben sind, vermittelt die Gedenkstätte ein sehr authentisches Bild des Haftregimes in der DDR. Ehemalige Häftlinge führten die BesucherInnen durch das Gefängnis, informierten sie über die Haftbedingungen und Verhörmethoden des DDR-Staatssicherheitsdienstes und berichteten auch aus eigenem Erleben über das Gefängnis.

 

Eine abendliche Schifffahrt auf der Spree, die einen ganz anderen Blick auf die kunstvoll beleuchtete Uferarchitektur ermöglichte, rundete diese lehrreiche, fröhliche und bisweilen nachdenklich stimmende Studienreise ab. Fazit der Gruppe: sehr informativ, aber auch anstrengend.

 

Wer jetzt Lust bekommt, sich in Berlin umzusehen, hat dazu am 25. und 26. Oktober die nächste Gelegenheit. Unter 04101 – 55 39 87 gibt es weitere Informationen im Wahlkreisbüro von Rainder Steenblock.

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